Grohe Logistik in Hemer: IG Metall-Mitglieder stimmen Sozialplan zu

16.12.2025 | Nach langen Verhandlungen zwischen der Grohe Logistik Service GmbH (GLSG) sowie Betriebsrat und IG Metall zur geplanten Schließung des Logistik-Standorts Hemer ist eine Einigung erzielt worden. Die Fortführung des Betriebs wird bis 2028 und damit 15 Monate später als vom Arbeitgeber beabsichtigt durchgeführt.

Über den Sozialtarifvertrag mit allen Leistungen inklusive Abfindungen haben heute die Mitglieder der IG Metall bei der GLSG abgestimmt und sich mit großer Mehrheit für die Annahme ausgesprochen. Ein Sozialtarifvertrag ist ein Sozialplan, der von einer Gewerkschaft unterzeichnet wird. Neben dem Sozialtarifvertrag, der durch die IG Metall ausgehandelt wurde, haben auf betrieblicher Ebene Betriebsrat und Arbeitgeber auch einen Interessenausgleich und Sozialplan vereinbart, ganz wesentlich auf Grundlage der tariflichen Vereinbarung.

Hierzu erklärt der Verhandlungsführer, der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Märkischer Kreis, Fabian Ferber, der zugleich Unternehmensbeauftragter beim IG Metall-Vorstand für die Grohe Gruppe ist: 

„In sehr schwierigen Verhandlungen konnten Arbeitgeber, Betriebsrat und IG Metall ein umfangreiches Paket schnüren. Dazu zählt unter anderem die Fortführung des Betriebs bis 2028, die wir von Anfang an erreichen wollten. Wir haben uns auf eine für die älteren Betroffenen kostenlose Rentenberatung verständigt, zusätzlich gibt es ein Sonderprogramm für die Altersteilzeit. Es gibt ein aktives Vermittlungsprogramm in neue Jobs. Offene Stellen bei der Grohe AG werden bei Eignung bevorzugt Beschäftigten der Grohe Logistik vergeben. 

Das Freiwilligenprogramm und die unterschiedlichen Zeitphasen des Stellenabbaus sind ausgewogen. Sie berücksichtigen die unterschiedlichen Interessenlagen der Beschäftigten, die wir per Umfrage auch ermittelt haben: Manche wünschen sich eine schnelle Trennung, andere einen langfristigen und sanften Übergang in die Rente, wiederum andere wollen so lange wie möglich am Standort arbeiten. IG Metall-Mitglieder erhalten zusätzlich zu den beschlossenen Abfindungen eine zusätzliche Bonuszahlung. 

Nach einem sehr harten Verhandlungsstart haben wir es geschafft, in einer ernsthaften, aber auch konstruktiven Atmosphäre zu einem Ergebnis zu kommen. Von zentraler Bedeutung ist für uns nun, dass alle Betroffenen entweder einen guten Übergang in die Rente oder eine Vermittlung auf einen neuen Arbeitsplatz erleben. Dafür tragen wir nun gemeinsam Verantwortung. Verantwortung tragen wir aber auch dafür, dass der Traditionsstandort des Hemeraner Konzerns auf eine lange Zukunft blicken kann. Dafür werden wir uns weiter einbringen.“

Von: jl

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